Profil
Luna Zscharnt ist Fotografin, Theaterregisseurin, Videodesignerin und Autorin. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Bühne und Bild und zeichnet sich durch eine besondere Sensibilität für jene Momente aus, die sich zwischen den sichtbaren Handlungen entfalten – die Übergänge, das Innehalten, die leisen Verschiebungen von Präsenz und Bedeutung.
Geprägt von einem feministisch informierten Blick entwickelt sie in ihrer künstlerischen Praxis einen konsequenten Female Gaze, der sich einer objektivierenden Perspektive entzieht und stattdessen Nähe, Wahrnehmung und Beziehung in den Mittelpunkt stellt. Ihre Fotografien entstehen nicht aus Distanz, sondern aus einem tiefen Verständnis für kollektive Prozesse: Sie begreift sich als Teil des künstlerischen Gefüges und schafft Bilder, die von Vertrauen und Intimität getragen sind.
Luna Zscharnts Zugang zur Bühne ist wesentlich durch ihre eigene Erfahrung als Tänzerin geprägt, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Sasha Waltz. Aus dieser Zeit hat sie ein feines Gespür für Rhythmus, Bewegung und die innere Logik von Szenen entwickelt – eine Fähigkeit, die es ihr ermöglicht, Entwicklungen vorauszuahnen und den entscheidenden Moment zu erfassen, noch bevor er sichtbar wird.
Ein weiterer prägender Einfluss ist das p14-Jugendtheater, welches einen anarchistischen Raum für das Erforschen von Theater bietet.
Ihre Arbeiten entstehen in enger Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen wie dem Berliner Ensemble, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, dem Maxim Gorki Theater, dem Deutschen Theater Berlin sowie dem Radialsystem V. Dabei verbindet sie fotografische, filmische und szenische Elemente zu einer eigenständigen visuellen Sprache, die Theater nicht nur dokumentiert, sondern weiterdenkt. Als Künstlerin interessiert sie sich für die Frage, wie Körper, Räume und Beziehungen sichtbar werden – und wie sich in Bildern jene Ebenen ausdrücken lassen, die jenseits des Offensichtlichen liegen. Ihre Arbeiten sind geprägt von präziser Beobachtung, ästhetischer Klarheit und dem Anspruch, Komplexität nicht zu reduzieren, sondern erfahrbar zu machen.“